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27.04.2021 News

VSD-Mitglieder im Interview: Fabian Kirst – Projektleiter Rollstuhlhandball Deutschland & VSD Regionalleiter Sachsen-Anhalt

Fabian Kirst im Interview mit Stephan Peters (VSD Vorstandsvorsitzender) über die Karriere im Sportbusiness und seinen neuen Job in der Landeshauptstadt Niedersachsens.

1. Fabian, nach vielen Stationen bist du nun in Hannover gelandet, bevor wir über deine neue Aufgabe sprechen, wie kamst du hier her?

Als geborenes Küstenkind hatte ich früher oder später sowieso vor wieder in den Norden zu ziehen. Das sich so schnell die Möglichkeit bietet hatte ich nicht erwartet. Zum Studium bin ich Anfang 2015 nach Heidelberg gezogen. Im Anschluss an meine Zeit im Süden habe ich noch kurzfristig den Osten des Landes für mich schätzen gelernt und verbrachte während meines Masterstudiums eine aufregende Zeit inmitten Sachsen-Anhalts. Nun, da die Masterarbeit geschrieben und benotet ist, hieß es auf zu neuen Ufern.

2. Karriere im Sportbusiness ist vielseitig. Als Berufsverband vereinen wir die unterschiedlichsten Spieler auf einem gemeinsamen Feld. Vereine, Verbände, Agenturen und viele, viele Mehr. Wo würdest Du dich einordnen in unsere Aufstellung?

Gelernt habe ich in einer kommerziellen Multisportanlage. Seitdem beeindruckt mich der gesamte Sportanlagensektor wahnsinnig. Die hier vorherrschende Vielfalt und die Diversität der unterschiedlichen Anlagen sind ein wirklich spannendes Arbeitsfeld. Auch die Aufgaben von der ersten Idee über die Finanzierung bis hin zum Betrieb und Relaunch kann ich wirklich nur wärmstens empfehlen. Trotzdem war für mich immer klar, dass ich langfristig in einem Sportverein- oder Verband Karriere machen will. Das ist jetzt auch eingetreten.

3. Dann erzähl mal, worum geht’s?

Ich arbeite für die RSG Hannover von 1994. Einem der größten integrativen Vereine mit über 400 Mitgliedern direkt am Maschsee. Er verfolgt seit seiner Gründung im Jahr 1994 das Ziel, Sportarten für Menschen mit und ohne Handicap zu entwickeln, anzubieten und deutschlandweit zu etablieren. Genau das bedeutet übrigens auch Inklusion – das Jeder*e mitmachen kann. Mit unserem vielseitigen Angebot von Drachenboot über Karate bis hin zum Segeln ist für alle etwas dabei. Eine Besonderheit besteht insbesondere darin, dass der Verein als einer von wenigen Vereinen in Deutschland auch die Sportart „Rollstuhlhandball“ anbietet. Genau hier wird mein Tätigkeitsschwerpunkt liegen.

4. Wie kann ich mir das genau vorstellen?

Unter dem Dachverband des deutschen Rollstuhlsportverband (DRS) werden wir im September in Hannover die erste deutsch-holländische Rollstuhlhandball Meisterschaft ausrichten. Ein Event, welches als Kick-Off für die Sportart in Deutschland dienen soll. Im Anschluss daran werden wir eine Bundesliga für die Sportart in Deutschland etablieren. All das wird uns in Hannover beschäftigen. Umso
schöner ist es zu wissen, dass wir mit der RSG gute Voraussetzungen und kompetentes Fachpersonal für diese Aufgaben haben.

5. Und was qualifiziert dich für den Job?

Ob ich qualifiziert genug bin wird sich zeigen und müssen schlussendlich auch andere beurteilen. Jedoch denke ich, dass meine Stärken sind, das sportliche mit dem wirtschaftlichen zu verbinden. In der Jugend habe ich selbst sehr erfolgreich Handball gespielt. Leider sind wir an der A-Jugend Bundesligaqualifikation gescheitert. Auch habe ich als Trainer, Schiedsrichter, Betreuer im In- und Ausland vielfältige Erfahrungen sammeln dürfen. Rein wirtschaftlich habe ich durch mein Studium einen betriebswirtschaftlichen Background und auch hier in unterschiedlichsten Funktionen u.a. als Geschäftsleiter einer Multisportanlage oder auch als Eventverantwortlicher für Großsportveranstaltungen schon sehr viel machen dürfen. Die Mischung macht es.

6. Worauf freust Du dich am meisten in deinem neuen Job?

Ganz ehrlich, am meisten freue ich mich darüber, dass ich mein Können und mein Know-How für eine gute Sache einsetzten kann. Eine Aufgabe, die mir jetzt schon wirklich am Herzen liegt. Zu wissen, dass ich mit meiner Arbeit etwas bewegen kann, Inklusion in Deutschland weiterentwickeln werde und etwas Neues zu schaffen erfüllt mich mit der allergrößten Freude. Außerdem freue ich mich auf die unterschiedlichsten Gespräche mit verschiedensten Stakeholdern und auf meine neuen Kollegen am Maschsee. Insbesondere mit meiner Vorgesetzten und Vorreiterin für diese Sportart, Frau Dr. Meike Lüder-Zinke, werden wir dort eine Menge bewegen können. Und zugegeben, auch freue ich mich wieder in norddeutschen Gewässern unterwegs zu sein.

Fabian Kirst (25) studierte Betriebswirtschaftslehre mit den Fachrichtungen Sportmanagement und Unternehmensführung in Heidelberg und Bernburg (Saale).