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19.07.2019 News

VSD-Interview: Marcus Meyer ist Arbeitskreissprecher "eSport"

Marcus Meyer ist der erste VSD-Arbeitskreissprecher "eSport" und ab sofort für unsere Community der Ansprechpartner rund um das Thema eSport. Nach seinem Studium in Kommunikationsmanagement durchlief Marcus unter anderem die Stationen ProSiebenSat1, Sport1 und gründete außerdem seine ersten eigenen Unternehmen. Seit März 2018 ist er hauptsächlich für seine eigene Netzwerkagentur "Force of Disruption GmbH" tätig und verantwortet gemeinsam mit Tobias Gröber, Christoph Rapp und Saskia Rettenbacher (ISPO) zudem das eSport Festival ES_COM (Electronic Sports Competition) im Rahmen des ISPO Digitize Summits in München. Auf dem VSD-Sportplatz am 3. Mai 2017 zum Thema „eSport – mehr als nur ein Hype?“ war Marcus das erste Mal als Experte zu Gast auf unserem Podium. Nun freuen wir uns, Marcus in der VSD-Familie begrüßen zu dürfen!

”Der VSD ist die perfekte Plattform, um sich mit Experten aus Sport und Wirtschaft auf einer sehr professionellen, aber auch kollegialen Ebene zu treffen und in den Dialog zu gehen.

 

1. Sie sind ganz frisches Mitglied im VSD und gleich als Arbeitskreissprecher eSport aktiv. Was hat Sie dazu bewogen dem VSD beizutreten und aktiv zu unterstützen?

Ich teile sehr gern das Wissen und die Erfahrungen, die ich in den diversen Projekten tagtäglich erwerbe. Ich freue mich sehr, den VSD und seine Mitglieder im Thema eSports unterstützen zu dürfen. In ersten Gesprächen mit den Mitgliedern und den ersten Anfragen von Partner Hochschulen, die bei mir in den letzten Wochen auf dem Schreitisch gelandet sind, wurde schnell klar, dass in der Sportart eSports viele Fragen zum Ökosystem, der Struktur und den Möglichkeiten offen sind, die ich gern mit den Mitgliedern im Dialog bearbeite und auch beantworte. Der VSD ist die perfekte Plattform, um sich mit Experten aus Sport und Wirtschaft auf einer sehr professionellen, aber auch kollegialen Ebene zu treffen und in den Dialog zu gehen. Ich bin ein großer Fan davon Fragen zu bearbeiten, die vielleicht so noch nicht gestellt wurden und freue mich auch jedes Mal, wenn ich Erfahrungen von Mitgliedern höre und diese dann in die Überlegungen in meiner tagtäglichen Arbeit einfließen lassen kann. Die Themen Vernetzung in Expert Groups aber auch das Arbeiten interdisziplinären Gruppen sind zukunftsweisend. Ich freue mich, dass der VSD die Plattform für den Austausch unter Experten aus dem verschiedensten Sport und Sportökonomiebereichen ist und ich als Person aktiv mitwirken kann.

2. Sie haben Kommunikationsmanagement studiert. Wie haben Sie den Weg in den Sport gefunden und warum? Können Sie uns Einblicke in Ihre Karriere geben? 

Meine Sportarten in der Jugend waren Schach und Segeln.
Hier konnte ich damals die ersten Pokale und Erfolge einfahren – das Thema Gaming hat mich damals auch schon immer begleitet und das gemeinsame kompetitive Spielen mit und gegen meinen Bruder und unserem Freundeskreis hat mich schon immer begeistert – aber auch das Zuschauen, das Erleben von Skills, die ich auf dem digital Playground noch nicht draufhatte, war immer schon eine spannende Komponente – auch wenn ich damals noch nicht wusste, wie groß das Thema werden wird.

Nach dem Studium Kommunikationsmanagement im beschaulichen Lingen an der Ems, wo ich erste Steps in Richtung Medien mit einer eigenen Radiosendung und der Anstellung in einer Lokalzeitung gehen konnte, war für mich klar: „Ich mache irgendwas mit Medien“. Die nächsten Stationen waren fischerAppelt, ProSiebenSat1 und Welt der Wunder – als Redakteur und später Producer war ich immer on the road / international auf der Suche nach den spannendsten Geschichten – Im Anschluss habe ich meine ersten Unternehmen gegründet. Erst gründete ich die contentkueche GmbH als Full Service Medienagentur und weitere Startups im Thema Location Based Services und Virtual Reality. Aber das Thema Gaming und dann eSports hat mich seit einem prägenden Treffen mit Ralf Reichert (Geschäftsführung ESL / Turtle Entertainment) im Jahre 2008 auf der Gamescom (damals noch in Leipzig) nicht mehr losgelassen. Das hohe Engagement, die Begeisterung für die einzelnen Spiele und die hohe Taktung an Emotionen waren für mich so besonders, dass ich dem Thema eSports auch in den nächsten Jahren treu geblieben bin. Zunächst habe ich in unserem TV Studio, dass wir in München für die Umsetzung verschiedener Formate eingerichtet haben, erste Let´s Play Formate entwickelt - über meine Kontakte in die TV Branche durfte ich erste TV Konzepte in den Themen eSports und Gaming in den Jahren nach 2008 vorstellen – leider damals noch mit überschaubarem Erfolg, da die Relevanz des Themas den meisten Entscheidern noch nicht bewusst war.

Im Jahr 2015 kam dann eine Anfrage der Sport1 GmbH, in Themen Digitalisierung dem Aufbau neuer Geschäftsmodelle zu unterstützen. Als Head of Business & Advertising Innovations konnte ich mit der Unterstützung der Geschäftsführung die ersten großen eSports Übertragungen von Dota2 und League of Legends Events im linearen TV umsetzen. Diese Aktivitäten des Senders Sport1 haben einen wahren Candy Storm (Gegenteil von Shitstorm) in der Community ausgelöst und ich durfte neben dem Produktaufbau auch die Vermarktung des Themas in der Sport1 Media GmbH vorantreiben.

Das Thema eSports war in den Jahren nach 2015 aus den Medien aber auch auf Business Kongressen nicht mehr wegzudenken – in der weiteren Zeit wurde für mich klar, dass es neben der Kuratierung und Ausstrahlung der internationalen Inhalte auch um die Weiterentwicklung des eSports in Lehre, Breitensport und Eventumsetzung für die Community gehen muss – seit März 2018 gehe ich diese Themen in meiner Netzwerkagentur Force of Disruption GmbH mit verschiedenen Auftraggebern an. Hier freue ich mich besonders mit dem Sportbusiness Campus die Lehre im Thema eSports mit einem eigenen Studienangebot aufzusetzen.

eSports ist gekommen um zu bleiben und ich freue mich hier die Community und die einzelnen Marktteilnehmer mit meiner Erfahrung und Expertise unterstützen zu können. Und besonders freue ich mich immer noch auf Events, auf denen ich den Besten der Szene bei Ihren Turnieren zuzuschauen kann und hier die Sportevents zu verfolgen, die mir wirklich Spass machen.

 

”Das Thema Konzeptentwicklung und die Umsetzung der Ideen im Netzwerk nehmen großen Anteil meiner Arbeitszeit in Anspruch.

 

3. Jetzt sind Sie als Geschäftsführer von Force of Disruption GmbH im digitalen Sportbusiness tätig, insbesondere im eSport. Wie sieht ein für "typischer" Arbeitsalltag als Geschäftsführer und Sportmanager aus?

Als Geschäftsführer der Force of Disruption GmbH geht es mir in der Hauptsache um die Entwicklung und Weiterentwicklung des eSports in den Themen Breitensport, echtes „Enablership“ im Sponsorship und natürlich darum Points of Emotions zu schaffen, die den eSports als kompetitiven Sport auf Veranstaltungen und Events erlebbar werden lassen.

Hier spreche ich mit den verschiedensten Partnern und Stakeholdern aus Politik, Vereinen, Marken und natürlich den Publishern und Ligenbetreibern, um die jeweiligen Entwicklungen wahrzunehmen und bewerten zu können.

Das Thema Konzeptentwicklung und die Umsetzung der Ideen im Netzwerk nehmen großen Anteil meiner Arbeitszeit in Anspruch.

Zur Zeit habe ich echte Lieblingsthemen, wie beispielsweise die UniLeague, eine universitäre eFootball Liga, die wir grad mit einem Partner umsetzen.

Neue Formate und communitydriven Aktivierungen zu entwickeln, ist auch eine Passion, der ich mich sehr gern verschreibe. Leider darf ich im League of Legends Agenturteam nicht mehr mitmachen, da meine Fähigkeiten mit dem Alter im Spiel abnehmen und die echt ein viel höheres Skillset haben – dafür kann ich dann meine Zeit in Excel Tabellen investieren.

4. Sie verantworten das eSport Festival im Rahmen der ISPO Digitze 2019 in München. Wo geht die "Reise" für den Sport hier in der nächsten Zeit hin?

In der Zusammenarbeit mit der ISPO Abteilung um Saskia Rettenbacher, Tobias Gröber und Christoph Rapp, ist es uns gelungen eine professionelle und reichweitenstarke erste Inszenierung des Themas eSports mit einer eigenen eSports Arena auf der ISPO 2019 umzusetzen. Hier konnten wir unter dem Dach der ISPO Digitize eine Twitch Reichweite von über 300.000 Unique Viewers erreichen. An drei Tagen konnten wir verschiedene B2B Panels mit Opinion Leadern aus der Games und eSports Szene umsetzen und konnten mit den Themen NBA2K, Rocket League und FIFA spannende Tournaments auf die Bühne und in den Live Stream bringen.

Der nächste Schritt war jetzt die Umsetzung eines neuen Formats im Nachgang an den B2B Kongress ISPO Digitize Summit mit der ES_COM 2019.

Auf dem ISPO Digitize Summit (03. – 04. Juli 2019) konnten wir wieder einen 2-tägigen eSports Workshop Track aufsetzen – hier haben wir auch mit Stephan Peters das Format VSD-SPORTPLATZ: "COPYCAT ODER INNOVATION?! - DAS SPONSORING UND MARKETING IM ESPORT" umgesetzt. Zusätzlich konnten wir auch den Besuchern des Summits verschiedene Anspielstationen und Erlebnis Räume im eSports und Gaming anbieten.

Die ES_COM 2019 (05. – 07. Juli 2019) war als reines B2C Community Event mit fast 900 Besuchern der nächste Schritt. Wir haben fast 30 Stunden Live Bühnenprogramm in den verschiedensten Themen wie League of Legends, Rocket League, Smash Bros., Clash Royale, Just Dance, FIFA 19  und vielen mehr Turniere durchgeführt und konnten hier sehen, dass wir auch mit fast 200.000 Zuschauern auf Twitch den Nerv der Community getroffen haben. Das Feedback der 15 Partner, die rund ums Event aktiviert und auf dem Event ins Gespräch mit der Community gehen konnten, war durchweg positiv.

Jetzt gehen wir den nächsten Schritt mit einer Expert Group aus der Gaming und eSports Community, mit der wir in einem ISPO Open Innovation Projekt die LAN der Zukunft planen.

5. Drei Fakten über Marcus Meyer, die wir wissen sollten?

Wahlspruch: Machen, einfach machen, Discordname: Magicmarcus, hat 2019 den Hamlet gespielt.

Sie haben noch Fragen an Marcus Meyer? Dann kontaktieren Sie Ihn doch einfach hier!