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15.11.2018 News

VSD-Interview: René Rudorisch - Geschäftsführer Deutsche Eishockey Liga 2

René Rudorisch studierte an der Universität Leipzig Sportwissenschaften mit dem Schwerpunkt Sportmanagement ehe er im Jahr 2014 die Geschäftsführung der zweithöchsten deutschen Eishockey-Liga übernahm. Seit Oktober diesen Jahres ist er Mitglied im VSD. Grund genug, ihm ein paar Fragen zu seinem beruflichen Alltag in der DEL2 zu stellen.

Sie sind ganz frisches Mitglied im VSD. Was hat Sie dazu bewogen dem VSD beizutreten?

Zum einen wurde ich positiv von René Beck, Saxoprint, für eine Mitgliedschaft angeworben. Zum anderen habe ich großes Interesse im Bereich des Sports mein eigenes Netzwerk zu erweitern und zudem an aktuellen und vor allem interessanten Projekten sportartenübergreifend mitzuwirken. In der Mitgliedschaft im VSD sehe ich hierzu eine Möglichkeit und freue mich demnach den VSD mit seinen Mitgliedern näher kennenzulernen und an gemeinsamen Projekten mitzuarbeiten.

Sie haben Sportmanagement studiert. Können Sie uns einen Einblick in ihren typischen Arbeitsalltag als Geschäftsführer der DEL2 und Sportmanager geben?

Die DEL2 ist in ihrer Verwaltung eine relativ kleine Organisation. Im direkten Angestelltenverhältnis gibt es eigentlich nur mich als Geschäftsführer. Wichtige Themen des Spielbetriebes bearbeite ich in Verbindung mit einem Dienstleistungsvertrag mit der DEL und somit auch mit dem Personal der DEL. Im Bereich der Kommunikation arbeite ich mit einem externen Partner zusammen. Demnach liegen die allgemeine Verwaltung, die Außendarstellung, das Marketing, die Vermarktung und Weiterentwicklung der Liga auf meinem Tisch. Insofern gestalten sich meine Tätigkeiten sehr umfangreich und damit stets interessant. 

Neben zeitweiser Büroarbeit im Büro in Neuss bin ich zudem viel innerhalb Deutschlands unterwegs. Gespräche und Beratungen an den Standorten, Treffen meiner Sport- und Wirtschaftskommission, Mitarbeit im Nachwuchs- und Leistungssportausschuss des DEB sowie weitere öffentlichkeitswirksame Themen sorgen zudem für reichlich Reisezeit.

Doch die Arbeit macht mir jederzeit sehr viel Spaß, vor allem weil sich die Liga in den letzten Jahren sehr positiv entwickelt hat und wir uns mit der Einführung von Auf- und Abstieg in Richtung DEL zudem interessante Zukunftsperspektiven erarbeitet haben.

Sie verantworten die Geschicke DEL2. In den letzten Jahren sind die DEL und die DEL2 stärker zusammengerückt. Wo geht die "Reise" in den nächsten Jahren hin?

Die verbindliche Vereinbarung zur tatsächlichen Einführung von Auf- und Abstieg ab der Saison 21/22 stellt für den Eishockeysport eine wichtige Grundlage zur positiven Weiterentwicklung dar. Gleichzeitig bietet dies für die Clubs der DEL2 eine klare Perspektive, die wir so in den letzten Jahren nicht hatten. Darüber hinaus hat sich die Zusammenarbeit mit der DEL und deren über Jahre aufgebauten Know-how bewährt. Wir haben in den letzten Jahren vor allem in der Entwicklung der Clubs deutlich von dieser Zusammenarbeit profitiert. Diese gilt es in den nächsten Jahren weiter auszubauen und in beidseitige Richtungen zu fördern. Auch die DEL2 hat in den letzten Jahren positive Themen selbst auf den Weg gebracht. Ich bin überzeugt, dass Gedankengut der 2. Liga in der Diskussion und für die Weiterentwicklung auch der 1. Liga hilfreich sein kann. Diesen Austausch gilt es demnach noch weiter zu intensivieren.

Grundlegend muss beiden Seiten daran gelegen sein, sich positiv zu unterstützen, denn ein Auf- und Abstieg darf keine Chance nur auf dem Papier sein, sondern muss mit Einführung auch für die Clubs möglich sein. Hier gilt es sowohl in der DEL2 die Clubs weiterzuentwickeln als auch in der DEL Clubs darauf vorzubereiten, gegebenenfalls für ein Jahr in der DEL2 zu spielen.

Ist die Sensation bei den Olympischen Spielen (Silbermedaille bei den Olympischen Winterspielen 2018) immer im deutschen Eishockey zu spüren?

Der Eishockeysport in Summe hat durch die Silbermedaille und das große mediale Interesse definitiv profitiert. Dies merken wir vor allem im Kinder- und Nachwuchsbereich. Vor allem in den kleinsten Altersklassen und den Laufschulen haben wir einen deutlichen Zuwachs an Kindern erfahren. Eine gute Grundlage, um die Eishockeysportart weiterzuentwickeln und gerade auch im Ausbildungs- und Trainingsbetrieb weiter zu effektivieren. Federführend ist hierzu vor allem der Verband gefordert, der bereits in den letzten zwei bis drei Jahren einige Anstrengungen in diesem Bereich vorgenommen hat. Gleichzeitig gilt es durch die Profiligen vor allem in Richtung Vereins-, Nachwuchs- und Talentförderung noch mehr zu unterstützen.

Drei Fakten über René Rudorisch die wir wissen sollten?

Nach meinem Sportmanagementstudium in Leipzig und meiner heutigen Tätigkeit in der DEL2 war ich zuvor 13 Jahre im Management eines Eishockeyclubs der 2. Liga, den Eispiraten Crimmitschau, tätig. Davon 7 Jahre als Geschäftsführer. Insofern kenne ich die Anforderungen und Probleme auf Seiten der Clubs genauso wie ich die Notwendigkeit der Tätigkeiten auf Seiten des Verbandes und der Ligagesellschaften kenne. Das hilft mir bei meiner täglichen Arbeit.

Von den Sportarten her komme ich selbst eigentlich aus dem Fußball. Ich habe nie selbst aktiv Eishockey gespielt sondern spiele aktuell noch im Bereich des unterklassigen Seniorenspielbetriebes Fußball.

Ich diskutiere sehr gerne über die Entwicklung des Sports, vor allem auch sportartenübergreifend und interessiere mich für Probleme und interessante Konzepte von Clubs oder Verbänden.