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Michael Peter

„Ich bin VSD-Mitglied, weil der Verband für Sportmanager in Deutschland eine einzigartige Plattform bietet, sich untereinander auszutauschen, neue Kontakte zu knüpfen und Geschäftsbeziehungen z.B. im Rahmen der „VSD-Sportplätze“ zu intensivieren. Ein absolutes „Muss“ für jeden Sportbegeisterten, der seine berufliche Zukunft in der Sportbranche sieht und neben verschiedenen Angeboten an Weiterbildungsmöglichkeiten auch Spaß daran hat Zeit mit Gleichgesinnten zu verbringen“.

Interview:

1. Herr Peter, Sie sind im Herbst des vergangenen Jahres von ihrem Arbeitgeber, Pelé Sports, nach Erina, nahe Sydney, in Australien entsendet worden. Was waren Ihre genauen Aufgaben und Ziele für das junge Fußballschuh-Unternehmen vor Ort?
Aufgrund der saisonalen Gegebenheiten in Australien beginnt die australische Amateurfußballsaison im Gegensatz zum deutschen Fußball erst im Anschluss an die australische Profiliga (A-League) Mitte März / Anfang April.Aus diesem Grund ist die Nachfrage nach Fußballschuhen zu Beginn des Jahres im Hinblick auf die Saisonvorbereitungen immens hoch. Daher bestand meine Hauptaufgabe neben der Unterstützung und Entlastung des Geschäftsführers vor allem auch in stark vertriebsorientierten Tätigkeiten wie z.B. dem Ausbau des Netzwerks mit Vereinen und Verbänden. Hinzu kamen Planungen von saisonalen Sales-Kampagnen sowie die Betreuung von bestehenden Kunden und Sponsoren.

2. Welche kulturellen Erfahrungen konnten Sie mitnehmen und was waren die größten Herausforderungen für einen Westeuropäer in „Down Under“?
Ich konnte ausschließlich positive Erfahrungen in „Down Under“ sammeln und blicke gerne auf die sehr lehrreichen und unterschiedlichen Konversationen im Berufsleben zurück. Sicherlich kann dies stark von Branche zu Branche in Australien variieren, jedoch war eines der größten Herausforderungen das australische „Zeitverständnis“. Mit der Zeit bekommt man ein Gefühl dafür, wann das z.B. um 11:00 AM angesetzte Meeting eigentlich beginnt, nämlich eine halbe Stunde bis Stunde später. Ein ausgiebiger Smalltalk vor dem Geschäftlichen gehört oftmals genauso dazu wie das sehr schnelle „Dutzen“. Abgesehen von diesen Kleinigkeiten wird es einem sehr leicht gemacht sich anzupassen, der unkomplizierte Umgang steht im Vordergrund.

3. In Australien gibt es bereits flächendeckend Sport Shops, die die Schuhe bereits vertreiben, etliche australische Fußball- und Rugbystars tragen die Schuhe aus echtem Känguruhleder. Welche Herausforderungen birgt der australische Sportschuhmarkt?
Der australische Sportschuhmarkt ist ähnlich wie der Deutsche sehr stark von adidas und Nike geprägt. Zum Bedauern der deutschen Traditionsmarke adidas wird der australische Markt speziell im Fußballsegment im Vergleich zu Deutschland noch stärker von Nike dominiert. „Pelé Sports“ wurde sehr gut in den Sportmarkt als „young player“ eingeführt und es besteht ein flächendeckendes Netz an Sportshops, welche die noch junge Marke vertreiben. Weiterhin stellt das große Sportartenangebot in Australien wie z.B. „Cricket“ oder „Australien Football“ spezielle Anforderungen im Sportschuhmarkt dar.

Aufgrund der saisonalen Gegebenheiten in Australien beginnt die australische Amateurfußballsaison im Gegensatz zum deutschen Fußball erst im Anschluss an die australische Profiliga (A-League) Mitte März / Anfang April.

Aus diesem Grund ist die Nachfrage nach Fußballschuhen zu Beginn des Jahres im Hinblick auf die Saisonvorbereitungen immens hoch. Daher bestand meine Hauptaufgabe neben der Unterstützung und Entlastung des Geschäftsführers vor allem auch in stark vertriebsorientierten Tätigkeiten wie z.B. dem Ausbau des Netzwerks mit Vereinen und Verbänden. Hinzu kamen Planungen von saisonalen Sales-Kampagnen sowie die Betreuung von bestehenden Kunden und Sponsoren.

4. Sie sind seit zwei Wochen wieder zurück in Deutschland. Abgesehen von der Zeit- und Wetterumstellung haben Sie sicherlich auch große Unterschiede im persönlichen Umgang -privat wie auch geschäftlich - entdecken können. Was schätzen Sie an der deutschen Mentalität und wovon könnten wir Deutsche von den Australiern profitieren?
Schwer beeindruckt hat mich die Erkenntnis, dass die Australier nicht „leben, um zu Arbeiten“ sondern „arbeiten, um zu leben“. Sicherlich könnten Australier sich von den deutschen Tugenden wie z.B. Disziplin, Pünktlichkeit und Genauigkeit etwas abschneiden, doch meistern sie ihren Arbeitsalltag in lockerer Art und Weise und zugleich effektiv. Für Australien spricht vor allem die sehr auffällige Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft. Zudem gefiel mir besonders das Miteinander in einer weniger stark geprägten hierarchischen Leistungsgesellschaft, in der nahezu jeder als „mate“ (Kumpel) angesehen wird.

5. Es war Ihre erste Auslandserfahrung im Beruf - welche Voraussetzungen mussten Sie erfüllen, um als Top-Kandidat für "Aussie-Land" in Frage zu kommen?
Durch mein dreijähriges BA-Studium der BWL mit Schwerpunkt Sportmanagement bei „Pelé Sports“ war ich bereits frühzeitig oft mit unserer australischen Tochtergesellschaft eng in Kontakt und mir blieb somit eine längere Eingewöhnungsphase im australischen Team vor Ort erspart. Weiterhin brannte ich darauf nach meinem Studium meinen Horizont im Ausland zu erweitern. Ich habe frühzeitig den Wunsch kommuniziert ins Ausland zu gehen. Alles in allem war wohl der Wille entscheidend, der mir diesen Schritt ermöglichte.

6. Würden Sie die Erfahrung wiederholen wollen oder für längere Zeit noch einmal beruflich nach Erina gehen, wenn die Möglichkeit besteht?
Ich würde diesen Schritt auf jeden Fall wiederholen und kann es allgemein nur empfehlen. Meine Erwartungen wurden in vielen Punkten übertroffen und neben den beruflichen Erfahrungen war es auch für meine persönliche Entwicklung nur von Vorteil. Daher bin ich für weitere Auslandserfahrungen sehr offen und würde mich darüber freuen.

7. Wo sehen Sie sich in Zukunft?
Da bereits in jungen Jahren der Fußball bei mir im Mittelpunkt stand, könnte ich mir sehr gut vorstellen nach knapp vier Jahren Sportartikelindustrie den nächsten Schritt noch näher in Richtung Fußball zu wagen. Ganz nach dem Motto „mitten drin, statt nur dabei zu sein“ würde mich die Vereinstätigkeit, das Verbandswesen sowie die Sportvermarktung sehr reizen. Mal schauen was die Zukunft bringt...

Vielen Dank für das Gespräch.

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